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10. HdM-Tischkicker-Weltmeisterschaft 2026 - Vom Vorrunden-Drama zum Gipfelsturm

Bei der 10. HdM-Tischkicker-Weltmeisterschaft flogen die Bälle schneller als Frames im Filmstudio. Zwischen „Sportsgeistpreisen“, Rektoratspower und dem Comeback des Jahrhunderts erlebten die Kickerbegeisterten im Foyer des Zitronenschnitzes einen Nachmittag für die Geschichtsbücher.

Wenn das Klackern der Bälle lauter ist als jede Media Night, dann ist WM-Zeit an der Hochschule der Medien. Zur großen Jubiläums-Ausgabe war die Luft in der Startup Center- und BGM-Arena so dick, dass man sie hätte in Dosen abfüllen und als Energydrink verkaufen können. 18 hochkarätige Teams traten an, von Social-Media-Helden über PE United bis hin zur Hochschulleitung, die ihre strategischen und akademischen Kurbelkompetenzen unter Beweis stellten.

Gruppenphase: Akademische Kurbelkompetenz & Fairer Sportsgeist

In sechs Gruppen wurde um jeden Millimeter gekämpft und es trennte sich die Spreu vom Weizen – oder die Trickshot-Virtuosen von den Pechvögeln. In den Eröffnungsspielen trafen die Routiniers der OM Rockstars auf das Team Lehre des Startup Centers Nein! Doch! Ohh!, während parallel das Team KickDown auf die Underdogs Deckeneffekt traf.

Für das diplomatische Highlight sorgte das Team Kuhn & Kühnle. Wenn die Kanzlerin und der Rektor persönlich an die Stangen treten, weht ein Hauch von Champions League durch den Flur. Zwar mussten sie feststellen, dass ein Kickerball weniger auf Anordnungen hört als ein Fakultätsrat, aber ihr Einsatz war weltmeisterlich. Auch wenn es am Ende das frühe Aus bedeutete, geschah dies mit maximalem Stil.

Während die OM Rockstars, das A-Team und TEMÜ souverän durch ihre Gruppen schlenzten, gab es in der Gruppe D eine ganz besondere Auszeichnung: Das Team Die Vögel sicherte sich zwar nicht den Pokal, dafür aber den prestigeträchtigen „HdM-Tischkicker-Weltmeisterschaft-Sportsgeistpreis“. In bester FIFA-Manier wurden sie für ihre Fairness geehrt, nachdem sie den Tischfluencern den Gruppensieg gelassen hatten. Wäre ein Preis für den kreativsten Teamnamen ausgelobt worden, wäre dieser vermutlich an Dynamo Tresen gegangen.

In der Gruppe E und F zeigten Kicker Is All We Need und der SC Trottlz vollen Einsatz und zogen direkt in das Viertelfinale ein. Aus der Ferne hörte man nur noch die leisen Gesänge der ausgeschiedenen StrafraumSirenen…

In zwei Qualifikationsspielen wurde scharf geschossen. Die Finanzabteilung versuchte zwar, die Tore steuerlich abzusetzen, scheiterte aber in der Quali knapp durch ein Golden-Goal an KickDown. Zudem dominierte das Team GustavGoalGetter mit Unterstützung durch die Fangesänge der VS-Ultras gegen LevelUp und qualifizierte sich somit für die Viertelfinals. 

Tischfluencer raus! „Man sollte jetzt nicht alles so schlecht reden wie es war“ (Fredi Bobic)

Nach einem isotonischen Kaltgetränk ging es nun an die Viertelfinals des Turniers. Das A-Team bolzte die Favoriten Tischfluencer vom Feld und die OM Rockstars dominierten gegen TEMÜ. „Ich glaube nicht, dass wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre“ (Uli Hoenes) dachte sich Murat Özkan, Abwehrspieler von TEMÜ, nach dem Spiel vermutlich.

Nachdem der SC Trottlz im letzten Jahr noch kläglich in der Vorrunde gescheitert war und Trainer Hartmut Rösch verzweifelt nach Erklärungen suchte, war dieses Jahr alles anders. Mit einer Taktik, die im Keller des HdM Startup Centers entwickelt wurde, pflügten sie das Team KickDown mit einem 6:4 in den heiligen Rasen. Kicker Is All We Need fegten mit einem 6:4 das Team LevelUp vom Feld.

Im Halbfinale demontierten die Trottlz das A-Team mit 6:2. Torwart und Abwehrspieler Maurice Galanos, der Fels in der Trottlz-Brandung wusste schon vorher: „Wenn der Ball am Torwart vorbei geht, ist es meist ein Tor“ (Mario Basler). Und die Bälle gingen vorbei. Am Gegner, gegen das Blech, direkt ins Glück. Die OM Rockstars rockten gegen Kicker Is All We Need und somit stand das Finale fest. 

Der SC Trottlz gegen die ehemaligen Weltmeister der OM Rockstars.

Das Finale in der BGM-Arena bot alles, was das Kicker-Herz begehrt. Die OM Rockstars, die sich zuvor in einem knappen Halbfinale gegen Kicker Is All We Need durchgesetzt hatten, trafen auf die Entfesselten des SC Trottlz. „Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär“ (Hans Klankl) antwortete Sandro Buck auf die Frage nach der Stimmung vor dem Finale. „Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt“ (Rolf Rüssmann) dachte sich Stephan Wilczek vor dem Spiel.

Es war ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Lange Ballwechsel, volle Konzentration, absolute Spannung. Doch am Ende schlonzte Sandro Bucks rechter Außenstürmer die Perle über die Bande an Torhüter Kresimir Vidackovic vorbei. Mit einem 6:4 machten sie das Unmögliche wahr. Knappe Kiste! 

 

10 Jahre Arbeit für einen Moment der Ewigkeit 

Der Sieg des SC Trottlz ist mehr als nur ein glücklicher Zufall: Zehn Jahre lang hat Trainer Rösch mit seinem Team auf diesen Titel hingearbeitet. Es ist die Geschichte vom Scheitern, vom Wiederaufstehen und vom Dranbleiben. Ausdauer und Leidenschaft für das, was man macht, zahlen sich am Ende immer aus. Cheftrainer Rösch konnte bei der Pokalübergabe seinen Stolz kaum verbergen. 

Die zehnte HdM-Tischkicker-Weltmeisterschaft war grandios, hat unglaublich viel Spaß gemacht und hat wieder einmal gezeigt, welche Dynamik und welcher Teamgeist hier in der HdM steckt! 

Das Team des Generator HdM Startup Centers dankt allen Teams, den lautstarken Fans und dem Rektorat und vor allem der Infrastruktur für diesen geschichtsträchtigen Nachmittag. Der SC Trottlz thront nach zehn Meisterschaften nun auf dem Olymp der Kicker-Götter – zumindest bis zum nächsten Jahr. Gut Kick!

Autor/in

Maurice Galanos